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Deutsche Kaiser und Könige im Harz
    Auf den Wegen deutscher Kaiser und Könige des Mittellalters im Harz

Über Generationen ist der Harz mit seinen reizvollen Wäldern ein beliebtes Wandergebiet, historisch gesehen jedoch eher auf die unübersehbaren Relikte neuzeitlichen Bergbaues begrenzt. Im Gegensatz hierzu stehen die seit jeher vielbeachteten zumeist noch romanischen Monumentalbauten der bekannten Städte seiner Rand-bereiche im Norden und Sü-den. Auch wenn hier vieles durch spätere Generationen überprägt wurde, so verbindet sich mit diesen ehemaligen Pfalzen mittelalterlicher Herrscher doch am ehesten der Begriff einer Königslandschaft. Auch heute noch wird der Harz von einigen Histori-kern als "schwer überwindbares" Hindernis für hochmittelalterliche Verhältnisse definiert und von zahlreichen Reiseführern daher lediglich als ehemaliges Forst- und Jagdgebiet deutscher Könige vermarktet.
   
       
Zunehmend gelingt es jedoch der modernen Forschung mit Hilfe ihrer zahlreichen naturwissenschaftlichen Methoden, dieses gewachsene Klischeebild nahezu auf den Kopf zu stellen. Veranlassung für die Ent-stehung so zahlreicher Königspfalzen an den Harzrändern waren seit der Entstehung des ersten deutschen Staates unter dem Liudolfinger Heinrich I. die wirtschaftlichen Möglichkeiten, die gerade dieses Mittelge-birge aufbieten konnte. Neben dem Metallreichtum von Silber, Blei, Kupfer und vor allem Eisen war es natürlich der einzig verwendbare Energieträger Holz, der es gestattete, Erze in industriehaften Größen-ordnungen zu schmelzen. Bis weit in die Zeit der Ottonen hinein erreichte der Harz alleroberste, nicht zuletzt auch militärstrategische, existentielle Bedeutung. Er wurde demzufolge besitzrechtlich Königsgebiet oder von vornehmen Reichsstiftungen der Ottonen wie Gandersheim oder Quedlinburg verwaltet. Zahlreiche "Werksiedlungen" entstanden, die eine der wirtschaftlichen Basen des frühen deutschen Königtums bildeten. In ihnen wurden dann beispielsweise auch die dringend benötigten Mengen Eisen und Stahl produziert, um gegen die verheerenden, den jungen deutschen Staat bedrohenden Ungarneinfälle eine wirkungsvolle Waffe, die Panzerreiterei, aufbauen zu können. Allein für einen Reiter wurden bis etwa 50 Kilogramm Eisen benötigt, wobei zur Schmelze von einem Karren Erz ca. 63 Festmeter Holz erforderlich waren.
Zur Zeit der salischen Könige, besonders unter Heinrich III. und seinem Sohn Heinrich IV., entstanden zur Absicherung des frühen Wirtschaftsraumes Harz zusätzlich zu den vorhandenen befestigten Pfalzen wie Goslar, Derenburg, Quedlinburg, Allstedt, Tilleda, Nordhausen und Pöhlde zahlreiche Burgen an den Randbereichen des Harzes, die das Gebirge wie mit einem Festungsring umschließen und die Zuwege sichern sollten.
Das Gebirge selbst war zunächst in der Nähe der Erzlagerstätten mit einer die heutige Zahl der Orte übertreffenden Anzahl von spezialisierten Werkplätzen aufgesiedelt worden, deren Verwaltung von wenigen pfalzartigen Orten wie Hasselfelde, Siptenfelde vor allem jedoch dem administrativ wichtigsten Ort Bodfeld aus geschah.
Diese Vorgehensweise, die Erze möglichst in der Nähe der Lagerstätten zu verarbeiten, war neu.
Die archäologische Forschung belegt zwar die Nutzung Harzer Erze bereits für die Bronzezeit, verstärkt jedoch durch die Germanen während der Römischen Kaiserzeit bis etwa zum 3./4. Jahrhundert; bis zum Beginn des Mittelalters hatte man die Roherze jedoch in vorhandene Siedlungen teilweise weit abgelegen in die Harzvorländer verbracht.
Erst im 9./10. Jahrhundert kann von einer allgemeinen Erschließung des Gebirges gesprochen werden, dies allerdings jetzt sprunghaft mit nahezu industriehaften Ausmaßen. Die verstärkte Verhüttung bewirkte jedoch die Abholzung der Wälder im großen Stil, die Köhlereien entfernten sich immer mehr von den Lagerstätten, so dass die Erze an die sich entfernenden Waldränder verbracht werden mussten. Schließlich bewirkte die massenhafte Holzverkohlung neben einer ersten Ökologiekatastrophe den Wegfall des einzigen Energieträgers und damit einen ersten Zusammenbruch des durch deutsche Könige und Kaiser begonnenen Montanwesens im Harz.
Auch wenn der sensationelle, nicht zu vermutende Befund einer hochmittelalterlichen Steinstraße zwischen Benzingerode und Heimburg (siehe Route 4, S. 13) das Bemühen zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse zu den Verhüttungssiedlungen im größeren Stil andeutet, so blieben doch die Transportmöglichkeiten hinter den Bedürfnissen weit zurück. Erst mit dem Nachwachsen der Wälder konnte nunmehr die Montanwirtschaft im Harz erneut beginnen.
Selbstverständlich war man im Mittelalter und wohl auch weit zuvor durchaus in der Lage, das Mittelgebirge Harz mit bespannten, vorwiegend einachsigen Karren und Wagen in alle Richtungen zu überwinden. Es bildeten sich recht früh sogar "Fernstraßen" wie der Quedlinburger Weg oder längs auf dem Harz die sogenannte Hohe Straße heraus. Prinzipiell versuchte man, an günstigen Stellen die Höhenunterschiede möglichst in kurzen Auffahrten zu bewältigen, langgezogene, durchfeuchtete Täler wurden gemieden. Zufolgedessen entstanden zahlreiche tief eingeschnittene Hohlwege, die erst mit dem Entstehen der Kunststraßen im 19. Jahrhundert abgelöst wurde. Daher bleibt die zeitliche Zuordnung einzelner Hohlwegsysteme schwierig, lediglich die Ziel- oder Bündelungspunkte wie natürliche Furten in zerklüfteten Flusstälern waren über lange Zeiträume hinweg die gleichen. Das Nachvollziehen eines trassenscharfen "Königsweges" ist deshalb nicht möglich. "Die Wege deutscher Kaiser und Könige des Mittelalters im Harz" orientieren sich daher auch vorwiegend an diesen Fixpunkten und an den in Frage kommenden, teilweise überlieferten und heute noch gut erkennbaren Altwegen.
Nicht nur die Aufenthalte deutscher Könige und Kaiser von Heinrich I. bis Heinrich V. im Harz selbst, belegt durch Beurkundungen (allein 17 sind im Bodfeld nachgewiesen!), unterstreichen die Bedeutung dieses Mittelgebirges im Hochmittelalter, im besonderen Maße sind dies die bedeutenden Pfalzen an seinen Randbereichen, die zahllose Überquerungen in alle Richtungen durch die Herrscher notwendig machten. Veranlassung für Entstehung und relativ lange geschlossene Existenz dieses "Königslandes" bis zum Ende des Hochmittelalters ist jedoch eindeutig die wirtschaftliche und damit politische Potenz des Harzes, die ihn bis zur Stauferzeit zu einem Mittelpunkt im gesamten Reichsgebiet werden ließ.
Mit dem vorliegenden Wanderführer sollen näherungsweise die von deutschen Herrschern beschrittenen Wege im Harz nachvollzogen werden. Alle historischen Orte, auch wenn nur noch geringe Spuren körperlich vorhanden sind, werden ebenso berücksicht wie die bekannten spektakulären baulichen Reste in den Harzstädten wie Quedlinburg oder Goslar.
Jüngere historisch/naturkundlich interessante Objekte am Wegesrand werden mit behandelt.
Der historisch Interessierte soll durch abschnittweises Erwandern einen Eindruck der Harzlandschaften im Kontext zum Hochmittelalter erhalten können, wissend, dass der Mensch den Harz seitdem mehrfach gravierend verändert und beeinflusst hat, in der Erkenntnis, dass der Harz zu den frühesten Industriekulturlandschaften Europas gehört. Die heute sichtbare Natur ist lediglich das, was der Mensch unbewusst erschaffen hat.
"Die Wege deutscher Kaiser und Könige des Mittelalters im Harz" führen ausschließlich zum authentischen Ort des historischen Geschehens. Verbindende Architekturmerkmale wie etwa bei der bekannten "Straße der Romanik" sind unterstreichende Begleiterscheinung.
Das Anliegen der Regionalen Arbeitsgruppe ist es, den Harz als wirkliche "Königslandschaft" bekannt zu machen und in seiner historischen Dimension verstehen zu lehren. Dass alle hier veröffentlichen Erkenntnisse auf keinen Fall Endgültigkeitswert haben versteht sich von selbst.
   

Regionale Arbeitsgruppe
Wege deutscher Kaiser und Könige
des Mittelalters im Harz
       

August 2002
       

Einführung zum Wanderführer "Wege deutscher Kaiser und Könige des Mittelalter im Harz" von Hein A. Behrens
 
   
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